Creative Commons

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Inhaltsverzeichnis

Creative Commons-Lizenzen sind Muster-Lizenzverträge, mit denen die Nutzung und Weitergabe von Inhalten geregelt werden kann. Anwendbar sind diese Lizenzen z.B. auf Text, Bild, Video, Audio und Multimedia.

Es gibt nicht die CC-Lizenz, sondern eine modulartige Abstufung verschiedener Rechte, die der Autor den Nutzern einräumt. Unter dem Motto „some rights reserved“ — zwischen strengem Copyright „all rights reserved“ und public domain „no rights reserved“ — können Autoren bestimmen, unter welchen rechtlichen Bedingungen sie ihre Werke veröffentlichen und weiter verwendbar machen wollen.

Darstellung der Lizenzbedingungen

Bei der CC-Lizensierung wird besonderen Wert auf Einfachheit und Verständlichkeit gelegt. Zu jeder Creative-Commons-Lizenz gibt es jeweils drei Dokumente, in denen die Lizenzbedingungen dargestellt werden:

  • Kurzversion für Nicht-Juristen. Auf einer sehr übersichtlichen Webseite werden die mit dieser Lizenz verbundenen Rechte und Pflichten klar, kurz und verständlich dargestellt. Statt langer Texte in rechlichem Duktus gibt es für jedes Rechte-Modul ein einfaches Symbol. Die Kurzversion ist international gleich und stellt die maßgeblichen Grundgedanken der Lizenz dar.
  • Langversion für Juristen. Rechtlich ist allein diese Version maßgebend. Um die international gleichen Grundgedanken in den verschiedenen nationalen Rechtsordnungen zu realisieren, sind die Langversionen in jedem Land unterschiedlich.
  • Computerlesbare Version z.B. für Suchmaschinen, formuliert in RDF Resource Description Framework (international gleich).

Die Rechte-Module

Icon Kurzform Name des Moduls Erklärung (stark verkürzt)
by Attribution
Namensnennung
Der Name des Autors muss genannt werden.
nc Noncommercial
Nicht Kommerziell
Das Werk darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.
nd No Derivative Works
Keine Bearbeitung
Das Werk darf nicht bearbeitet werden.
sa Share Alike
Weitergabe unter gleichen Bedingungen
Wenn das Werk bearbeitet wurde, muss das neu entstandene Werk unter einer Lizenz mit vergleichbaren Bedingungen weitergegeben werden.

Die 6 Standard-Lizenzen

Icons Kurzform Bedeutung Lizenztext
by Namensnennung by
  by-nc Namensnennung, nicht kommerziell by-nc
  by-nd Namensnennung, keine Bearbeitung by-nd
  by-sa Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen
(ähnlich, aber inkompatibel zur GPL GNU General Public License)
by-sa
   by-nc-nd Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung by-nc-nd
   by-nc-sa Namensnennung, nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen by-nc-sa

Will man der kommerziellen Ausbeutung vorbeugen (Szenario: „Irgendjemand verdient mit meinem Werk Millionen und ich sehe keinen Cent“), dann muss man nicht unbedingt die by-nc-Lizenz wählen. Auch die by-sa-Lizenz bietet einen gewissen Schutz gegen kommerzielle Ausbeutung. Zwar kann jeder Ihr Werk etwas verändern und dann erfolgreich vermarkten. Aber er kann es nicht für sich beanspruchen, sondern muss es unter die gleiche Lizenz stellen. Außerdem muss Ihr Name jedesmal genannt werden.

Kritik und Vorteile

Es gibt einige Kritikpunkte, aber auch Vorteile an Lizenzen des Creative-Commons-Projektes:

  • Laien-Kurzfassung reicht zum Verständnis nicht aus. Um die gewährten Rechte (zum Beispiel Veränderung, Weitergabe) des Werks umfassend verstehen zu können, bedarf es weiterer Lektüre, die dann viele Benutzer nicht mehr wahrnehmen.
  • Fehlende Verträglichkeit zu anderen Copyleft-Lizenzen: Problem ist hierbei die Klausel, dass veränderte Versionen nur unter derselben Lizenz, ggf. jedoch unter jeweils höherer aktueller Version der Lizenz, veröffentlicht werden dürfen. Dieses Verfahren nennt sich üblicherweise „Copyleft“ (in CC-Terminologie jedoch „Share Alike“) und dient dazu, die Freiheit veränderter Versionen zu bewahren. Hat man jedoch zwei Werke unter verschiedenen Copyleft-Lizenzen (etwa GPL GNU General Public License und Creative Commons), so ist es unmöglich, diese Werke zu etwas Neuem zu rekombinieren und das Resultat rechtmäßig zu verbreiten. Jede Lizenz für sich beansprucht ihre alleinige Geltung und schließt die andere Lizenz aus. Eine mögliche Lösung wäre, dass der Bearbeiter, der die beiden Werke zusammenführt, ein Wahlrecht hat, welche der alternativen Lizenzen gelten soll. Jedoch sind GNU und CC in ihrem Anwendungsbereich nicht deckungsgleich. GNU schließt bestimmte Rechte aus, die in CC eingeschlossen sind und umgekehrt.
  • Verträglichkeitsprobleme auch innerhalb von Creative Commons: Beim „Share Alike“-Attribut (sa) kann es auch innerhalb von Creative-Commons-Projekten zu Problemen kommen, wenn gewisse verwendete Inhalte kommerzielle Nutzung nicht ausschließen (also etwa „by-sa“), aber das Gesamtprojekt kommerzielle Nutzung ausschließt (oder umgekehrt), denn „Share Alike“ impliziert dass jeweils exakt dieselben Attribute für das Endprodukt auch wieder gelten. Inhalte die „by-sa“ bzw. „by-nc-sa“ sind, lassen sich somit nicht einfach mischen.
  • No Derived Work nicht trivial zu verstehen: Obwohl schon für nicht mit Creative Commons getaggte Musik, eine gewisse Meinung herrscht, dass diese im Sinne der Schaffung eines neuen Gesamtwerkes, für die Vertonung von Filmen unter gewissen Umständen nutzbar sein kann, schließt das „No Derived Work“-Attribut (nd) diese Rechte explizit aus. Eine Unterscheidung zwischen dem Modifizieren des Liedes und der Verwendung für die Vertonung von Filmen, ist durch Creative-Commons-Attribute dabei nicht möglich.

Siehe auch

  • GPL GNU General Public License

Weblinks





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